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Der Brennraum

#1 von NilsT , 29.03.2010 04:34

SCIENCE - DER BRENNRAUM - ALLES BERECHNUNG ?

Was ist eigentlich der "Brennraum" "Tabakkammer" "Tabakraum" ....?

Der Brennraum ist die Bohrung im Kopf der Pfeife, die den Tabak aufnimmt... Er hat in aller Regel einen Durchmesser von 16-24 mm, der Mittelwert liegt wohl so um den Wert 20 mm. Die Höhe ist oft grösser als der Durchmesser, liegt sicher günstig ab 1,5 mal dem Durchmesser, jedenfalls hat das eine einfache zufällige Statistik von ca. 50 Serienpfeifen bei mir im Laden ergeben... Was aber auch an der mittleren Klotzgrösse der Serienhersteller liegen KANN...

Wie kam es nun zu diesen Grössen ?

Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die knallhart-wissenschaftlichen Betrachtungen zum Rauchkanal und unseren Freund Alois, der auch hier wieder eine Rolle spielen wird, hat er doch sehr viel früher als wir vor dem Problem gestanden.. so wie übrigens auch sein Freund, der Stuhltischler... Was hat eigentlich der Stuhltischer für Massstäbe gehabt, doch wohl sicherlich die Beinlänge und die Hinternbreite des damaligen durchschnittlichen Bayern, oder ? Nun, wenden wir und dem Gebrauchspfeifenbauer Alois wieder zu: Er dachte sicher an folgende Dinge, nachdem er mit seinem Freund, dem Tischler, gesprochen hatte :

1. die Pfeife muss gut und bequem in die Hand passen (zum Glück hatte er selbst welche dabei und konnte ein paar Messungen daran vornehmen und eines wusste er schon länger, der Alois, Schnapsgläser fassen sich GUUUT an) 2. die Pfeife musste einigermassen bequem und nicht störend transportabel sein (da gab es typische mitteleuropäische Hosentaschen, Jackentaschen und Brustbeutel), denn die Leutchen mussten ja damals noch richtig arbeiten oder waren als Landsknechte im Felde, was gleich wieder Stabilitätsrichtlinien ergab 3. er wollte sein Pipchen beim Arbeiten auch mal ein paar Minuten im Mund halten, es durfte also nicht so schwer sein, 4. der damals noch recht grobe Tabak musste in dem Pfeifending gut brennen, denn den Zigarettenfeinschnitt gab es mangels Zigarettenindustrie noch nicht 5. Der Tabak durfte nicht zu teuer werden, also durfte es nicht zu viel gleichzeitig sein 6. später, als das Bruyere benutzt wurde, gab es günstige und ungünstige Klotzgrössen ... , die gab es aber auch schon, als noch verschiedene Würzelhölzer benutzt wurden. .......uswusf.

Also öffnete Alois mal eben locker seine Hand und schaute hinein und hatte sofort eine Assoziation: Da passt prima ein Hühnerei hinein, das fasst sich gut an und ist geradezu ideal und bequem zu fassen... und gleichzeitig leicht an der Fideldrehbank herzustellen... Fein, dachte sich Alois und nahm einen Eierklotz, in den er ein mittelgrosses Loch bohrte, sagen wir, so 30 mm, denn Alois war ein Tabakjunkie. Allerdings hatte er nicht mit der unangenehmen Folge zu dünner Wandstärken gerechnet, denn schnell wurde ihm warm um die Finger.. und ausserdem war sein Tabaksbeutel schon fast leer. Nein , dachte Alois, die Eiergrösse ist schon gut, aber das Loch muss etwas kleiner sein... Nun probierte er ein wenig, stellte fest, dass zu kleine Löcher nicht ziehen und schnell ausgehen (weil die gleichzeitig brennende wenige Glut zuviel Wärme an die Wandung abgeben muss und ausgeht) und so pendelte er sich nach und nach bei ungefähr 2 Zentimetern ein, das entsprach seinen Grössenvorstellungen der Pfeife insgesamt und brannte gut... Er konnte sie gut mitnehmen , gut zwischen den Zähnen halten, sie passte wunderbar in seine Hand, sie zerbrach nicht sofort (was auch den Bruder auf dem Felde der Ehre freute) .. Alois war ein Meisterstück gelungen.... Nach und nach stellte er dann beim praktischen Gebrauch fest, dass man immer erst ein wenig rauchen muss, damit die Pfeife samt Glutkegel auf Betriebstemperatur kommt und auch beim Nichtziehen nicht ausgeht. Das funktioniert aber nur, wenn das Pfeifchen eine Mindesthöhe hat, so wurden (auch wegen der Eierhände) um die 3 cm geläufig , was rückgerechnet das 1,5 fache des Durchmessers ist, was nun zu den allerlustigsten Ultimaten führt...:-)) Andere Völker, die gröbere Mixturen bevorzugen, rauchen gern etwas grössere Pfeifen, auch weil sie denken, dass das viele Holz viel Kondensat aufnehmen kann, was ja nun auch wieder nicht stimmt uswusf. Aber die Burschen fahren ja auch einen "Hummer" in der Stadt :-)

Fazit: Mich deucht, der Brennraum entstand ganz in frühzeitlicher Empirie und der Ausgangspunkt war nicht Physik, sondern Biologie der Hände und Zähne, auch die gemeine mitteleuropäische Hosentasche (die wiederum vom Hosenboden abgeleitet ist und wir somit wieder beim deutschen Hintern wären) sowie der normale Arbeitstagrauchzeitvorrat.. und sicher spielte auch der verfügbare Tabakvorrat eine Rolle. Leider wurde aus reiner Faulheit die Idee vom Hühnerei zugunsten des Zylinders aufgegeben, nun fertigte eben man einen Zylinder und nannte ihn BILLARD, auch weil das so schön einem Branntweingläschen ähnelte. (OK, OK, es ging um machbare Technologien von Rotationskörpern, als es immer mehr Pfeifen wurden ...) Egal, sagte sich Alois: "Sie muss gut in der Hand liegen !" ... Nun , das hört man ja aucgh heute noch oft, nicht wahr ?

Ganz ähnlich arbeiten auch die Bettenhersteller, ebenfalls werden Hüte gelegentlich auf die Kopfgrössen der Nutzer angepasst, ja sogar Zahnbürsten und ganze Automobile halten sich dran: Sage mir, wer Dich benutzt, und ich sage Dir, wie gross Du sein sollst... Und dann werden eben Räder drangebaut, fertig.

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Und kommt mir jetzt nicht mit den Gesteckpfeifen, Leute :-))

 
NilsT
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Die Wahrheit über den Rauchkanal

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