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Das "Stopfen" (Befüllen) der (leeren) Pfeife

#1 von NilsT , 29.03.2010 04:51

SCHOOL - DAS STOPFEN ( BEFÜLLEN DER LEEREN PFEIFE )

Was ist eigentlich das "Stopfen der Pfeife " ?

Dieser Begriff des "Stopfens" wird nicht nur für zu schnelles Essen grosser Mengen verwendet, sondern auch für das Befüllen der Pfeife und das gelegentliche Verdichten des brennenden Tabaks während des Rauchens mittels eines Stopfers. Leider werden die beiden letzteren Begriffe oft verwechselt. Hier befassen wir uns zunächst mit dem Einbringen des Tabaks in den Kopf, dem Befüllen oder auch mit dem, was oft mit "sich ein Pfeifchen stopfen" benannt wird. Sicher ist die gute Füllung Grundlage für relaxtes Rauchen ohne lästige Fummelei, nicht zu locker, nicht zu fest, so mit Gefühl eben, oder mit einigen jeweils weltbesten Stopfmethoden.

Da wird der Tabak zur Kugel gerollt, der Flake gedreht, gewendelt und gefaltet, der Curley geschichtet, der Cube gebröselt, der Plug geschnitten und vermittels der lehrreichen Ratschläge ganz klar gemacht, wer sich Insider nennen darf und wer nicht. Ich stelle mir immer den texanischen Baumwollpflücker vor, der fröhlich mit seinen 6 Klassen Volksschule eine Cobcornpfeife ohne weitere Bücherstudien quietschvergnügt einfach so vor sich hin raucht - dazu sollte eigentlich auch jeder andere in der Lage sein, oder nicht?

Eines sollte man vorab noch sagen: Letztendlich ist das Befüllen und der Pressdruck des Fingers von sehr vielen Faktoren abhängig, die in etwa sind: Schnittbreite des Tabaks, Art des Tabaks, Feuchtigkeit des Tabaks, Grösse des Kopfes hinsichtlich Durchmesser und Tiefe, Rauchgewohnheiten, Menge des gewünschten Tabaks hinsichtlich der gewünschten Rauchdauer und so weiter und so fort. Nicht zu vergessen sei noch die Fingerdicke des Stopf-Fingers :-)) Insofern ist das optimale Stopfen nicht in feste, sondern nur allgemeine Regeln zu fassen und wird irgendwann zur Gefühlssache jedes Rauchers in Abhängigkeit SEINES Tabaks in SEINER Pfeife, so wie das Kuppeln des eigenen Wagens für jeden Menschen samt seines Wagens zwar allgemein gleich und doch sehr unterschiedlich ausgeführt wird.

1. Das Befüllen der Pfeife mit einer Mixture (Seite nach oben)

Der Pfeifentabak ist naturgemäss gröber geschnitten als Zigarettentabak. Viele Tabake enthalten fertiggebröselte /geriebene (ready-rubbed) Presstabake, um sie aufzuwerten, nun, lassen wir uns davon nicht beeindrucken. Wichtig ist, sich den Zweck des "richtigen" Befüllens vor Augen zu führen und daraus Folgerungen für uns abzuleiten:

A. Unten im Kopf sollte das Zugloch durch etwas gröbere Fasern wie mit einem Sieb geschützt sein, damit keine kleinen Asche- und Tabakteilchen hindurchfliegen und in den Holm und in den Mund gelangen oder den Filter mit seinen kleinen Bohrungen verstopfen. Insofern sollten hier die Fasern nicht zun fein gerieben werden, auch um die Luft gut hindurchströmen zu lassen. Daher resultiert die Regel, unten locker zu stopfen. Diese untere Schicht fungiert also als Drainage und als Sieb.

B. Darüber stopfe man dann normal, der Tabak kann nach Bedarf etwas feiner gebröselt / zerrieben werden. Das "Sieb" unten lässt ihn nicht in den Holm gelangen.

C. Im oberen Bereich des Kopfes soll etwas fester gestopft werden, damit die Tabakfasern etwas enger zusammenliegen, um so die Glut beim Anzünden untereinander zu übergeben. Wie in einem Ofen können die brennbaren Teile nur dann eine geschlossene Glutfläche bilden, wenn sie nahe genug beieinander liegen. Ich empfehle, die Pfeifen nur bis einige Millimeter unterhalb des Kopfrandes zu füllen, da beim Anzünden der Tabak aufquillt und unter Umständen über den Kopfrand hinausreicht und den schwärzt oder glühend auf Ihr weisses Oberhemd oder die wertvolle Krawatte fliegt und Sie dort ungewollt als ungeschickten Pfeifenraucher ausweist.Unangenehm auch bei kurzen Hosen, meine Herren !

2. Die "Weltmeister" im Stopfen (Seite nach oben)

Die Weltmeister im Stopfen sind in der Nähe von Bonn beheimatet. Was dort verbreitet wird, ist tatsächlich eine grosse Hilfe, insbesondere für Anfänger. Wie funktioniert die Methode nun ?

1. Man lasse einfach den zweckmässig zerriebenen Tabak in die Pfeife bröseln, klopfe gelegentlich mit dem Finger seitlich an den Kopf, bis die Pfeife nahezu gefüllt ist. NICHT NACHSTOPFEN, BITTE !

2. Dann rolle man mit der linken Hand ein Tabakbällchen wie ein Mistkäfer, das man dann zwischen den Fingerspitzen der linken Hand halten kann. Dieses ganze Bällchen drückt man nun oben in den Kopf und plattet mit dem Handballen oder rechten Daumen bis in Kopfhöhe ab. Das war´s schon, die Pfeife ist rauchbar gestopft.

Damit hat man genau den Zustand erreicht, den man unter 1./ A.-C. auch beschrieben findet. Das Gute an der Weltmeister-Methodik ist jedoch die "Automatisierung" des Prozesses. Das Ergebnis ist zwar für keinen Tabak und keine Pfeifengrösse optimal, aber es funktioniert immer. Respekt also für dieses Methode, später wird jeder Raucher dann seine individuelle Technik von den bekannten Grundregeln ableiten und letztendlich sein Stopfen induviduell auf seine Tabake und seine Pfeifen abstimmen.

Nun, das anschliessende Adlerflügel-Schlagen beim Anzünden mit Schweissbrennern, was zur Weltmeistermethode noch dazugehört, schenke ich mir hier und komme bei "Comedy" darauf zurück :-). Jedenfalls ist die Stopfmethode über jeden Zweifel erhaben, sie funktioniert und hat während meiner Pfeifenraucherfahrschulen schon so manchen Anfänger erleichtert aufatmen lassen.

3. Presstabake, Flakes, Curlies und Co. (Seite nach oben)

Es finden sich mannigfaltige Lehren zum Flakerauchen, die in Büchern und im Netz kursieren. Das meiste ist Esotherik und entspringt ungehemmtem Mitteilungsbedürfnis und dem Wunsch, als Artist zu gelten. Halten Sie sich damit nicht auf: Nehmen Sie eine Pfeifenfüllung von Ihrem Flake oder Curley oder Sliced in die Handfläche und zerdrücken/bröseln/zerreiben ("rubben") Sie das Ganze, bis Sie einen groben, an eine Mixture erinnernden Zustand erreichen. Dann, meine Damen und Herren, stopfen (füllen) Sie weltmeisterlich oder so wie Sie wollen, das funktioniert immer und in jedem Fall, was ca. 99% meiner Kunden bestätigen, die es genauso machen. Das verbleibende 1% sind nichtrauchende Familienangehörige, die ab und an einmal für den guten Bekannten oder den lieben Vater, Grossvater oder Ehemann Tabak oder ein Pfeifchen kaufen... :-) Also, keine Angst vor Flakes, Sie werden es nicht bereuen !

3.1. Plug

Schneiden Sie den Plug (die Tabakplatte oder -Wurst) in 1-2 mm dicke Scheiben und verfahren Sie wie beim Flake. Fertig.


 
NilsT
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