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Deutsche und Juden - Wort zu Ostern

#1 von NilsT , 03.04.2010 03:02

Seit ich persönlich (Jahrgang 56) denken kann, wird das Verhältnis der o.g. Völker in Bezug auf die vielen Abertausenden, ja Millionen Opfer des Holocausts definiert. Eine sicherlich ewige Hypothek. Etwaige revisionistische Ansätze beziehen sich oft auf vorangegangene zionistische Lehren, die jetzige israelische Politik oder (schlimmer, zynischer und dümmer), auf die Revision der Opferzahlen. Oder, so wie gerade jetzt zur Osterzeit, wird unterschwellig der Jesusmord in Kontext gestellt zu Judas und den jüdischen Priestern im Jahre Null ff. der Zeitrechnung. Die globale Finanzkrise wird in in gewissen Kreisen mit der Allmacht des Finanzjudentums erklärt, das die Welt unterdrücken will und alle Regierungen der westlichen Welt beherrschen soll angeblich. Nun, es geht also schon wieder los oder es hat nie aufgehört.
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Gleichzeitig gebe ich zu bedenken, dass die furchtbaren Ereignisse des 3. Reiches, aber auch der stalinschen oder kambodschanischen Khmer-Zeit und andere ideologiegeprägte Diktaturen ihren tieferen Ursprung in dem als Vorbild herangezogenen Handeln der monotheistischen Religionen hatten, die im Rahmen der Missionierung und anderer religiös-ideologisch-ökonomisch geprägter Auseinandersetzungen sicher ein Vielfaches der Opferzahlen zu verzeichnen haben. Ausgehend von zeitweisen monotheistischen Perioden der Ägypter ist sicher das in Teilen absolut grausame alte Testament, ein archaisches, patriarchalisches Buch im Tenor "Ihr oder Wir" durch jüdische Gelehrte zusammengetragen worden und wurde erst durch die dazugekommene (im Grunde feminine) Jesusbotschaft zur humanistischen Vollendung gebracht. Im Rahmen der Missionierung kam es dann zum Widerstand und dem Aufkommen des Islam, sehr verständlich und bis heute nachwirkend. Der Islam war ursprünglich tolerant und wissenschaftsoffen, ein Dorn im Auge der (Un)Christen. Tendenziös pervertiert entwickelte sich dann das konstantinische Staatskirchentum zur grössten und blutigsten Unterdrückungsmaschine der Menschheit und vatikanischen Goldsammelstelle. Die Folgen sitzen tief und wirken bis heute nach, so wie auch die römische Militärdemokratie in Europa und in den durch die Europäer und Christen beeinflussten Ländern der Welt verhängnisvoll nachwirkt. An der grundsätzlichen Perversion der römisch-katholischen Staatskirche hat sich im Wesentlichen bis heute nicht geändert, insbesondere nicht an dem zunehmend lächerlichen Wahrheitsanspruch eines selbst ernannten Gottstellvertreters auf Erden sowie in der sexuellen Grausamkeit nach innen und aussen. Es ist ein im Grunde einziger grosser Skandal, der immer noch Weltherrschaftsanspruch öffentlich propagiert. Könnte hier, im Verbund mit dem christlich-/ökonomischen Fundamentalismus eines G.W.Bush, die eigentliche Ursache des trotzdem nicht zu rechtfertigenden, aber so besser verständlichen 11. September liegen ? Könnte aber auch in der Rückbesinnung auf urchristliche/urkommunistische Werte innerhalb der Staatskirchen der eigentliche Schlüssel zum Aufbruch der Menschheit liegen, sofern diese Kirchen ihren ideologisch-kämpferisch-kompromisslosen Missionierungsauftrag ökumenisch ad acta legen ?

Ich selbst habe jedenfalls vor den sogenannten "einfachen Leuten", die sich ganz selbstverständlich zu ihrem Glauben bekennen, schlicht und einfach (ur)christlich-humanistisch handelnd, höchsten Respekt. Sie werden allerdings täglich verraten, dumme oder dumm gehaltene Schafe unter der Obhut von Hirten, die keine "guten Hirten" sind und sehnsüchtig auf die kleinen Jungen und Mädchen dieser einfachen Leute im dunklen Eckchen hinter'm Altar warten...

Nein, es sind diese einfachen Menschen, die über die Jahrtausende die Jesusbotschaft bewahrt haben, manchmal im Verbund mit den grossen Dichtern und Denkern der deutsch-jüdischen Elite, glücklicherweise. Es wird Zeit, diesen Verbund wieder herzustellen, was mit erneuter Machtbegrenzung der geistlichen und weltlichen "Staatskirche" einhergehen muss, notwendigerweise. Die Reformation muss weitergeführt werden, ohne die antisemitischen Seitenhiebe eines Luther allerdings und schnell, sonst wird sie wieder blutig daherkommen, meine lieben Leser.

Denn: Glauben ist PRIVATSACHE, jeder kommuniziere mit Gott in seiner Sprache, die einzige Möglichkeit, es gemeinsam EINVERNEHMLICH zu tun. Wehret den Hetzern, wo auch immer sie sitzen, schreiben und schreien mögen. Der einfache Mann auf der Strasse, der Vater, die Mutter samt ihrer Kinder und der lieben Grosseltern, nein, die wollen keinen Krieg. Es sind immer die Generäle, NIEMALS die Soldaten, und, bitte glauben Sie mir in diesem Falle, ich weiss genau, worüber ich spreche....
Dieser Verbund von Privatleuten muss sich organisieren und per Masse friedlich wehrhaft sein, so wie der Igel in der Fabel. Letztendlich im Rahmen der Demokratie verwurzelt (einer unfertigen, aber der besten derzeit existierenden Staatsform), muss um Macht und Einfluss gerungen werden. WARUM ? Um sicher sein zu können, dass niemand in seiner Privatandacht gestört wird, die er braucht, um sich in der Balance mit seinen Mitmenschen und übrigens auch den Tieren, Pflanzen dann wieder gemeinschaftlich zu bewähren. Es ist wirklich sehr einfach. Reden Sie mit Bin Laden. Es gibt keine andere Chance.
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Die Deutschen (übrigens in engem Verbund mit deutsch-jüdischer Denkelite), vor allem seit der Zeit der Aufklärung und sicher auch im Rahmen der frühen Reformation(von antisemitischen Tendenzen Luthers einmal abgesehen), haben einen entscheidenden Beitrag zur Machtbegrenzung der/dieser menschenverachtenden monotheistischen Ideologie(n) und zum "Aufheben" oder "Bewahren" des humanistischen Gehaltes und Menschenbildes der Jesusbotschaft geleistet. Da sie nun aber gern im Kämmerlein sitzen und nachdenken, bedurfte es der Franzosen, um im Rahmen der französischen Revolution ein wenig davon in die Realität zu überführen. Vergessen wir die Engländer nicht, die eine moderne Technik und Ökonomie im Verbund mit rechtsstaatlich-juristischen Grundlagen mitentwickelten, die ein Kaufmann immer dringend benötigt und insofern sozusagen bei aller Profitorientiertheit zur Entwicklung von Gesellschaften humanistisch beiträgt, ganz automatisch quasi. Ein grosser Teil der heute noch weltweit zu verzeichneten Achtung gegenüber dem englischen Königshaus rührt daher, denke ich. Letztendlich führte und führt all' das zu einer humanistischen, mehr und mehr säkular definierten weiterentwickelten Jesusbotschaft, vergessen wir aber auch Mohammed nicht..
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Diese Realität ist immer, und jetzt wieder zunehmend, in akuter Gefahr. Wegen der durch dummen, unreflektierten Multikulturismus und zunehmender , rein konsumorientierter Wertelosigkeit und dem im Widerspruch dazu stehenden Wunsch der Menschen nach Orientierung zustandegekommenen Situation greifen alle möglichen Ideologen wieder zur Feder und vermitteln quasireligiöse Rettungslehren. Das kommt dann grün, braun, rot, gelb oder bunt daher, ist relativ beliebig , oft profitabel und letztendlich abscheulich.

Die Juden sind nicht schuld daran, nur insofern, indem sie selbst es waren, die den Monotheismus erfanden, begründeten oder jedenfalls etablierten. Und nun werden sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr los.... Goethe wusste das bereits und liess es seine Protagonisten aussprechen, knüpfen wir also an Goethe an, meinetwegen. Er war ein Humanist höherer Ordnung und wegen seiner Qualität des Geistes vielleicht der erste deutsche Internationalist.
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Ich bin eher preussischer Auffassung: Jeder soll nach seiner Fasson leben und übrigens ist das seine reine PRIVATSACHE, wo es auch gefälligst zu bleiben hat. Der politische Alltag in allen wesentlichen Sphären sei gefälligst säkular, die Erkenntnis dieser friedensschaffenden Notwendigkeit hat genug Blutzoll gefordert. Daher denke ich, man sollte dem immergrünen Geschwätz von Koranklassen und innerschulischen Gebetsräumen in Berliner Stadtbezirken ebensowenig nachgeben wie der sozialchristlichen Kreuzesgewohnheit an bayrischen Schulen. Es muss tatsächlich Gleichbehandlung her, und die hat gefälligst säkular organisiert zu sein. Der wesentliche Beitrag der Religionen, der Aufklärung, des Bildungsbürgertums, aber auch der Arbeiterbewegung zur Erarbeitung des humanistischen Menschenbildes gehört im Rahmen der säkular organisierten Schule hochachtungsvoll in jeden Lehrplan. Die aufkommende Zurückverchristung und damit wegen des Gleichheitsgrundsatzes Koranisierung des deutschen Schulwesens ist brandgefährlich, das muss auch Ströbele begreifen, der (warum auch nicht) mit den Muslimen den einen oder anderen Feiertag feiern will. Ich will das auch und ich mache das jetzt schon. Aber dieses ganze Multikultigegacker und auf der anderen Seite Religionsunterrichtsgefordere ist ein einziger Alptraum, wenn man die Folgen bedenkt.
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Die Deutschen können also auf ganz andere Weise Ihre Schuld begleichen: In der Anknüpfung an die guten Traditionen der Aufklärung und in einer gewissen Anlehnung an eine wehrhafte preussische Toleranzlehre können wir wieder beitragen, diese neugefährliche Tendenz der quasireligiösen Ideologisierung zurückzudrängen. Alles, was aus dem "zentralisierten Monotheismus" aller Art zu erwarten ist, führt zum opferreichen Desaster, auch oder gerade, wenn es die Religion des global unkontrolliert agierenden Kapitals ist... Die Juden sollten sich dem anschliessen, haben doch ihre grössten Köpfe zur europäischen Aufklärung in grossartiger Weise beigetragen. Ausserdem ist ihnen sicherlich die feindliche Übernahme ganzer Stadtviertel in Jerusalem durch orthodoxe Gläubige Warnung genug...
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Wenn wir dieses Vermächtnis der deutsch-jüdischen Aufklärung nicht annehmen, wird Blut fliessen, dieses Blut wird in ungeheurem Ausmass fliessen. Es wird in Deutschland und weltweit fliessen und es wird im Herzen Israels, in Jerusalem, fliessen. Ich bin der Auffassung, dass wir Deutschen die Hypothek des Holocausts annehmen müssen. Allerdings nicht im Rahmen ritualisierter Mea-Culpa-Lichterketten-Feigenblatt-Prozessionen, sondern durch aktiven Widerstand gegen ALLES, was quasireligiös monotheistisch daherkommt, und das ist nun weiss Gott nicht immer rechts/wertekonservativ angesiedelt....

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RE: Deutsche und Juden - Wort zu Ostern

#2 von NilsT , 05.04.2010 01:43

Welche praktischen Konsequenzen könnte nun aus meiner Sicht dieser Denkansatz haben ? Ich greife hier zunächst eine mögliche von vielen anderen heraus, weil es mich derzeit mit am meisten beschäftigt:


1. Die (normale) Bundeswehr wird konsequent aus allen Auslandseinsätzen herausgezogen. Die Bundeswehr ist eine vorrangig auf Verteidigung ausgerichtete, die deutsche Souveränität innerhalb der deutschen Grenzen schützende, hoch- und modern gerüstete Armee mit hochqualifiziertem Kaderbestand. Die Wehrpflicht (mindestens 6 Monate) wird beibehalten, allerdings wird diese auch als Zivildienst verstanden. Frauen, die freiwillig zur bewaffneten Bundeswehr gehen wollen, akzeptieren u.a. einen kurzen militärischen Haarschnitt, das ganz am Rande, sonst machen sie eben Zivildienst. Jede(r) junge BürgerIn wird in den Wehr-oder Zivildienst einbezogen. Ziel ist es, in dieser Zeit eine ganz bestimmte, gesellschaftlich relevante und anerkannte Aufgabe erfüllen zu MÜSSEN, der er sich nicht entziehen kann und die er mit Kameraden erfüllen muss, die er sich ebenfalls nicht aussuchen kann. Dies ist eine Schule für das Leben, so ist es nämlich letztendlich IMMER. Gleichzeitig wird jeder in diesem Sinne Dienstleistende umfangreich im Fach "Werte eines säkularen Staatswesens" unterrichtet und legt eine Pflichtprüfung ab, die für spätere höhere Verwendung verbindlich ist, wo auch immer die stattfinden soll.
2. Die Bundeswehr wird verkleinert und beteiligt sich nicht an Prestigevorhaben, sondern achtet auf eine hohe und sparsame Effizienz. Es muss zu wirklich grossen Ersparnissen kommen.
3. Diese Ersparnisse werden z.T. für eine schlagkräftige Spezialeinheit/-truppe aus Berufssoldaten verwendet, die im Bedarfsfall unstrittige und völkerrechtlich abgesicherte deutsche Interessen oder z.B. das Leben deutscher Bürger im Ausland schützt, zum Beispiel aber auch die Seewege unserer Handelsschiffe. Gleichzeitig könnte man so aber auch das Verklappen von Giftmüll und den immensen Fischdiebstahl vor der somalischen Küste verhindern, dazu müsste man aber dialektisch und nicht metaphysisch denken, noch so ein verfluchtes Erbe der Staatskirche...
4. Eingesparte Mittel werden ebenfalls in eine effektive Binnenverteidigung oder überhaupt effektiver Arbeit polizeilicher/geheimdienstlicher Art investiert. Diese handelt im Interesse eines säkularen Staatswesens und bekämpft alle Tendenzen, die diesem Ziel widerstreben. Gleichzeitig bindet diese Binnenverteidigung/effektive Arbeit so viele Bürger wie möglich ein.
5. Deutschland verzichtet auf jegliche militärische Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten ausser (3)
6. Der Grossteil oder sogar der grösste Teil der eingesparten Mittel fliesst allerdings in tatsächlich nachweisbare wissenschaftliche Forschung zur Untersuchung praktischer Wege, an die Erkenntnisse der grandiosen deutschen Aufklärung anzuknüpfen und diese Erkenntniss zu internationalisieren. Eine Expansion DIESES deutschen Gedankengutes ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Es ist das Beste, was Deutschland hervorgebracht hat und übrigens auch Grundlage der deutschen, wissenschafts- und grundlagenforschungsbasierten Wertarbeit, die sich u.a. gegen einen wissenschaftsfeindlichen Klerus durchgesetzt hat.
7. Aussenpolitisch wird diese neuerlich belebte deutsche Wissenschaft, Kunst und Kultur in den Kontext der deutschen Staatsverbrechen (z.B. des Genozids an Juden und anderen Etnien, Behinderten und Euthanasieopfern) gestellt und als der eigentliche Beitrag zur Wiedergutmachung dieser Hypothek popularisiert.
8. Die philosophischen Wissenschaften Deutschlands werden aus den Denkfesseln linker und rechter Totschagsargumente sowie der Staatskirche, die sich selbst diskreditiert hat, befreit. Die Kirchensteuer wird NICHT mehr staatlich eingezogen.
9. Die Deutsche Nation sollte in 10 Jahren, also 2020, diesen Übergang geschafft haben. Dies geht einher mit einer anderen Art von Nationalstolz, der und NUR der die Grundlage für internationale Akzeptanz bildet. Nur wer stolz auf sich und seine Wurzeln sein darf, ist ein guter und toleranter Internationalist, wozu ist eine klare Definition der Wurzeln notwendig zu sein scheint. Ich würde den deutsch-jüdischen Beitrag der Aufklärung als zentrale Wasserader dieser positiven Wurzeln sehen. Alles andere, z.B. wissenschaftlich-technischer Fortschritt, Toleranz preussischer Art usw. steht in engem Kontext, ist aber nachgeordnet. Ohne dialektische Denk- und Handlungsweise im Kontext zur tatsächlichen (und nicht KONSTRUIERTEN Wunsch-) Realität ist eine Bewältigung der Aufgabe, wieder das verehrte Volk der Dichter und Denker zu werden, nicht zu erreichen. Nur dieses Image wird uns im Verbund mit kräftiger und innovativer Wirtschaft sowie deren weltweiter Vermarktung in der Tradition hanseatisch-ehrbarer Kaufleute den geachteten Platz in der Völkerfamilie auf Dauer zurückerobern.

übrigens finden Sie noch einen zweiten, praktischen und praktikablen Teil der Osterbotschaft HIER:

http://www.berliner-tabakskollegium.de/a...ommerstorf.html

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